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Referát Franz Kafka - Die Verwandlung (Erzählung 1915)

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Oblasť:Nemčina

Autor: antiskola@antiskola.eu

Počet slov:897

Počet písmen:5,038

Jazyk:Slovenský jazyk

Orient. počet strán A4:2.80

Počet zobrazení / stiahnutí:3223 / 107

Veľkosť:5.85 kB

Die Verwandlung des Handlungsreisenden Gregor Samsa in ein ungeheures Ungeziefer ist im ersten Satz der Erzählung "Die Verwandlung" vollzogen. Genauer gesagt, vollzieht sich die Verwandlung bereits vor diesem ersten Satz. Wie eine antike Tragödie zeigt die Geschichte lediglich den letzten Akt. Das Grundelement der klassischen Dramaturgie - die Frage nach der Schuld des Helden und die allmähliche EntWicklung der Antwort auf diese Frage - scheint hier souverän vernachlässigt. Der Leser findet sich in der unbequemen Lage eines Detektivs, der den Verbrecher in sicherem Gewahrsam vor sich sieht, jedoch über die Schuld dieses Verbrechers und die Berechtigung seiner Verfolgung in völligem Zweifel schwebt. (Diese Situation wird sich angesichts Josef K.s im "Proceß" bis zur Grenze des Erträglichen steigern.)
"Die Verwandlung" nimmt unter Kafkas Tiergeschichten einen Einzelplatz dadurch ein, daß Gregor, zum Tier verwandelt, ein Mensch bleibt, ja als Tier Triebe zu Höherem in sich entdeckt, die ihm als Menschen verborgen geblieben waren. Wenn Kafka in dem "ungeheuren Ungeziefer" eine Allegorie seiner eigenen Existenz zeichnen wollte, dann verwischte er selber den Umriß dieser Zeichnung dadurch, daß er beständig darauf zu bestehen scheint, das Insekt stelle nicht nur einen Handlungsreisenden dar, sondern sei auch dieser Gregor Samsa in veränderter Gestalt. Von allem Anfang an wird der Schock der Verwandlung dadurch verstärkt, daß Gregor auf ihn in der rationalen Denkweise eines mittelmäßigen Menschen reagiert. Gleicherweise ist sein Verenden einem menschlichen Tod verwandter, als es den Nerven der Leser wohltut; das Insekt tilgt sich aus und erinnert in dieser Unterwürfigkeit nicht von ungefähr an Georg Bendemanns Selbsthinrichtung.
Kafka selbst hat die Erzählung deutlich in drei Teile gegliedert, von denen der erste Gregors Verhältnis zu seinem Beruf, der zweite das zu seiner Familie und der dritte das zu sich selbst darstellt.
Der erste Teil ist räumlich und zeitlich eng begrenzt. Er spielt in Gregors Zimmer; und auf dem Kasten gegenüber dem Bett tickt die Weckeruhr. das Zifferblatt des Weckers wird zum Rad der Zeit, an das der Handlungsreisende Gregor Samsa gefesselt ist. "Es war halb sieben Uhr, und die Zeiger gingen ruhig vorwärts, es war sogar halb vorüber, es näherte sich schon drei Viertel." Hier zählt und erzählt Zeit sich selbst. Zugleich legt das unaufhörliche Ticken des Weckers das Räderwerk des merkantilen Betriebs bloß, dem Gregor sich verdungen hat...."es war in fünf Minuten einviertel acht - als es an der Wohnungstür läutete." Der Prokurist der Firma betritt die Szene. Nicht mehr als fünf Minuten hat die Firma gebraucht, um Gregors Absenz zu entdecken. Mit der gleichen kalten Regelmäßigkeit, die aus dem unaufhörlichen Ticken des Weckers spricht und pocht, greift das Geschäft nach dem säumigen Angestellten. Um dem Zwang dieses grauen und reglementierten Daseins zu entgehen, mag sich Gregor während der "unruhigen Träume" der vergangenen Nacht in ein Ungeziefer verwandelt haben. "Die Verwandlung" würde sich damit als ein in Erfüllung gegangener Fluchttraum darstellen.
Aber Gregor ist mehr als ein Rädchen in der Maschine des Kapitalismus. Sein Verhältnis zur Firma weist auch menschliche Züge auf: die Eltern haben einmal von seinem Chef Geld geliehen und Gregors Arbeitskraft dem Geschäft gleichsam verpfändet. "Wenn ich mich nicht wegen meiner Eltern zurückhielte", sinniert er, "ich hätte längst gekündigt, ... habe ich einmal das Geld beisammen, um die Schuld der Eltern...abzuzahlen, ... mache ich die Sache unbedingt. Dann wird der große Schnitt gemacht." Die Eltern haben ihn in die Sklaverei verkauft, und niemand vermag zu leugnen, daß er das Dasein eines Sklaven führt. Aber auch Sklaven sind Menschen. Wäre seine Verwandlung ein Traum, dann hätte er paradoxerweise seine Menschlichkeit bei dem Versuch geopfert, der Sklaverei zu entrinnen. Er wäre nicht nur frei, sondern auch ein Tier. Sein tierisches Dasein jedoch beweist ihm alsbald aufs drastischste, daß auch hier keine Freiheit zu finden ist.
Gregor ist offenbar ein schlechter Schüler des Lebens. Er sucht nicht nur Erfolg, sondern flieht in auch. So bewegt er sich im Kreis der Tretmühle, zu der ihm sein Beruf geworden ist, strebt vorwärts einer Unabhängigkeit zu, die er nur dann erreichen kann, wenn er dem Chef das der Familie geliehene Geld zurückerstattet, versucht aber, sowie er dieser Freiheit einen Schritt näher gekommen ist, durch "unbefriedigende Leistung" seinen Abstand von dem Ziel wieder zu vergrößern. Er dreht sich und bewegt sich - um sich selbst - und kommt nicht vom Fleck.
Wäre es Kafka lediglich um die Moral gegangen, daß Gregor auch als Insekt seinem inneren Gesetz nicht entfliehen, daß er wohl seine Gewalt, nicht aber sein Wesen ändern konnte, dann hätte er die Erzählung hier abgebrochen.
Im zweiten Teil beginnt die Zeit zu zerfließen. Der erste hatte eine Stunde lang gedauert, von halb sieben bis etwa halb acht morgens. Bewußtlosigkeit hatte ihn eingerahmt, das Erwachen aus unruhigen Träumen zu Beginn, ein "schwerer ohnmachtsähnlicher Schlaf" am Ende. Mit dem neuerlichen Erwachen in der Abenddämmerung des Unglückstages nimmt Gregor seine Wanderungen wieder auf. Jetzt aber haben wir die Sphäre des Alltags hinter uns gelassen; der geregelte Ablauf der Zeit ist suspendiert, der Wecker vom Kasten verschwunden. Zwielicht erfüllt das Zimmer; unbestimmte Adverbien wie "bald", "später", "täglich" verwischen die Grenzen zwischen den Einheiten der Zeit. Einmal "war wohl schon ein Monat seit Gregors Verwandlung vergangen"; einige wenige Absätze später fürchtet Gregor, daß das einförmige Leben "im Laufe dieser zwei Monate" seinen Verstand verwirrt habe. Den präzisen Arbeits- und Lebensprozeß hat nun ein gestaltloses Dämmern in der Zeit abgelöst, wie es von Kranken, Gefangenen - und dem Junggesellen in der "Betrachtung" (Kafka, Betrachtung, diverse Erzählungen) erlebt wird. weiter

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